Status quo

Der neue Alltag. Home Office, Home schooling, take away, Kurierservice… Für die Meisten findet fast das ganze Leben Zuhause statt.

Was machen wir mit der Entmachtung, die wir gerade erfahren? Kontrollverlust und Langeweile, gemischt mit Überforderung und sich anschleichender Resignation… Die Gesundheit kommt zuerst, das stimmt, aber alle, die zur Zeit gesund sind, haben das Gefühl, dem echten Leben zuzuschauen, ohne daran beteiligt zu sein.

In unserer Familie gibt es einen neuen Mitbewohner, der mit aller Kraft und Geschwindigkeit unsere Herzen erobert, und dabei ist, als Mitglied der Familie aufgenommen zu werden. Ein Hund. Eine kleine, sehr kluge, durchgeknallte, unglaublich süße Amina, mit 2 Monaten, viel Energie, Selbstvertrauen, wenig Angst, viel Neugierde und Vertrauen in… ja, in was denn? Ein Urvertrauen, dass alles gut wird, wenn man schnell genug rennt, hoch genug springt, ja nicht aufgibt und immer dazu lernt. Dass das Leben absolut lebenswert und wunderschön ist, einfach weil man sein darf. Beneidenswert, nicht?

Uns fehlt die Geduld, das Ende dieses Zustands abzuwarten, uns fehlt die Freiheit zu entscheiden, was wir wann, wo, mit wem machen; uns fehlt die geistige Anregung einer Diskussion und das Zwischenmenschliche, das mittlerweile zu: „kommen Sie mir nicht zu nahe“ und „schau, wie der Sowieso seine Maske trägt! Wegen solchen sitzen wir alle fest“ geschrumpft ist.

Es ist ein Vakuum, für alle, die momentan ohne dramatische persönliche Verluste leben. Ein Vakuum, bewegungslos und zeitlos. Die Zeit vergeht, ohne dass sich was Entscheidendes tut und so warten wir alle weiter. Ich kenne nicht viele Menschen, die gut sind im Warten… Zur Zeit sind wir alle dazu gezwungen etwas zu tun, was wir nicht gut können und das, während wir das Alltägliche, unter allen anderen als alltäglichen Umständen, weiter verrichten müssen. Ich habe viel Verständnis für die Ungeduld und das Ausrasten, für die Unruhe und das sich im Kreis drehen, und ich habe keine Lösung. Vielleicht aber einen Weg, wie es leichter wird: versuchen Sie jeden Tag dazu zu lernen, höher zu springen, sich schneller zu freuen und länger zu vertrauen, da kommt einem das Warten nicht mehr so lang vor.

Kehren wir ein bisschen zur Ruhe zurück, dass nicht nur der Weg das Ziel sei, sondern das, was auf diesem Weg mit uns passiert. Darauf haben wir nach wie vor den ganzen Einfluss den wir brauchen, damit es uns wieder gut geht und wir wieder leichter abwarten können.

Bojidara

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